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Beiträge vom Mai, 2010

Pferde in Nordafrika

Für die Feldarbeit spannt Mohammed das Muli und den Ackergaul vor den PFLUG. Die Familie kann in regenreichen Jahren gut von Ackerbau und SCHAFZUCHT leben. In Dürrezeiten dagegen wächst kaum ein Halm im Tal von Khenifra, das im Zentrum Marokkos liegt. Das Pferd schaut dösend sonst aus seinem Stall. Und ist froh einen Pflug sein ganzes Leben lang nicht ziehen müssen.
Kurze Erklärung zu Pferden und Mulis in Nordafrika.

Thema: Arabien- Araberpferde

Männer haben den Vorrang vor den Frauen

Seltsamerweise haben auf dem Gebiet der “psychischen Phänomene” die Männer den Vorrang vor den Frauen. Allenthalben stößt man hier auf den Glauben an Naturgeister. Vor allem hält man sie für Schutzgeister, die oft den Menschen im Traum begegnen, um ihnen Ratschläge zu erteilen. Weit verbreitet ist auch der Volksglaube an „verzauberte Orte”, die auf keinen Fall berührt oder betreten werden dürfen, um die guten Geister, die dort wohnen, nicht zu belästigen. Vor wenigen Jahren protestierte eine Gemeinde in Nordisland energisch gegen den Plan einer neuen Straße, die über einen solchen „verzauberten Ort” führen sollte. Die Behörden gaben nach und verlegten die Straße. Im Jahre 1964 brach bei einem Rennen in Südisland ein berühmtes Rennpferd plötzlich tot zusammen; in der Folge spekulierten die Zeitungen darüber, ob der Unfall vielleicht übernatürliche Ursachen haben könne: Der Eigentümer des Pferdes hatte vor vielen Jahren das Gras an einem „verzauberten Ort” in der Nähe seines Bauernhofs abgemäht und zur Vergeltung dafür seine beste Milchkuh verloren. Solche Beispiele ließen sich aus allen Gegenden Islands ad infinitum anführen.
Um die Weihnachtszeit kann man auf den beiden Friedhöfen von Reykjavik eine Art Ahnenkult beobachten. Verwandte der Verstorbenen beleuchten die Gräber mit vielfarbigen Lämpchen, so daß sie für den Betrachter den Wohnungen von Lebenden ähneln. Auch um die irdischen Überreste der Toten kümmert man sich auf besondere Weise: Auf Anweisung der Toten, die den Lebenden im Traum erscheinen, werden ihre Gebeine oft von einem Grab in ein anderes gebracht. Diesen Brauch erwähnten schon einige Sagas, beispielsweise bei so berühmten Helden wie Egill Skallagrimsson, Snorri Godi, Grettir dem Starken und seinem Bruder Illugi; das Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die isländische Volkssage. In neuerer Zeit kam es in diesem Zusammenhang zu einigen grotesken Vorfällen: So wurden die Gebeine von Islands Nationaldichter Jönas Hallgrimsson (1807-1845) nach ihrer Überführung von Kopenhagen nach Reykjavik am Ende des Zweiten Weltkrieges von einem bekannten Industriellen geraubt und — dem in einem Traum geäußerten Wunsch des toten Dichters entsprechend — an seinen Geburtsort in Nordisland gebracht; schließlich fand man sie dort und begrub sie in Thingvellir, dem Nationalheiligtum Islands. Halldör Laxness hat diesen Vorfall im Roman “Atomstation” satirisch dargestellt.
Im Charakter des Isländers liegt ein kräftiger Zugvon Fatalismus, der sich bis in die Edda und die Sagas zurückverfolgen läßt. Der Glaube an Vorbestimmung ist sehr lebendig: Man ist verurteilt zu tun, was man tut, und man stirbt zur vorbestimmten Zeit. Unter Seeleuten und Männern, die gefährliche Berufe ausüben, ist diese Ansicht weit verbreitet.
Diese und viele andere Überbleibsel uralter Überzeugung und primitiven Aberglaubens gehen Hand in Hand mit einer sehr modernen Einstellung zu Wissenschaft und Technik und einem durchaus pragmatischen Sinn für das Nützliche. Bei aller Neigung zum Okkulten interessieren die Isländer sich außerordentlich für alle neuen Erfindungen auf dem Gebiet der Technologie. In ihrer Begeisterung für Neuheiten steckt fast etwas Kindliches. Sie sind in einem Ausmaß “neuheitensüchtig”, daß sie fast keinen neuen Artikel unausprobiert lassen. Dies gilt vor allem für Küchengeräte und Autos. Die meisten Häuser Islands verfügen über fast sämtliche elektrischen Haushalts- und Küchengeräte, die der internationale Markt anbietet. In einem Land, dessen Straßen fast das ganze Jahr hindurch notorisch schlecht, dessen Autobahnen für den größten Teil des Winters unbefahrbar und in dem die Autos doppelt oder dreimal so teuer sind wie in den Nachbarländern zu beiden Seiten des Atlantik, sind rund vierhundert verschiedene Automarken im Verkehr; fast jeder vierte Einwohner hat einen Wagen. Der Grund dafür ist gewiß zum einen in angeborener Neugier, zum anderen in dem Gefühl zu suchen, daß vieles — und zwar möglichst schnell — nachgeholt werden müsse. Zugleich aber zeigt sich hier die Entschlossenheit, alle von der Natur des Landes und der Rückständigkeit seiner Geschichte errichteten Hindernisse zu überwinden.
Trotz all ihren literarischen Leistungen sind die Isländer im Grunde Naturkinder, die sich um die vielfachen, verfeinerten Ausdrucksweisen komplexerer und geordneterer Gemeinschaften wenig kümmern. Sie lassen ihren konstruktiven wie destruktiven Neigungen gern die Zügel schießen und halten sich dabei an ihren Glauben an eine universale Ordnung, innerhalb derer das Gute und das Böse sich so frei wie möglich miteinander messen müssen, um im einzelnen das Beste wie das Schlechteste hervorzubringen. Sie mißtrauen absoluten Wertsetzungen in allen Lebenskreisen; selbst korrupte und unmoralische Menschen genießen bei ihnen Respekt und Achtung, sofern
ihre Untaten nur außergewöhnlich erinnernswert sind. Insofern kann man sagen: Die Isländer sind eher praktisch oder realistisch als idealistisch veranlagt. Sie gehen an die Dinge eher gefühlsmäßig als rational heran (was ihrem Mangel an Idealismus nicht widerspricht, denn Idealismus wurzelt gewöhnlich im Rationalen). Ihre Art zu denken ist eher poetisch als philosophisch (Island hat nie einen bedeutenden Denker, dafür aber viele große Dichter hervorgebracht). Ihre Art zu fühlen ist episch, nicht tragisch. Die Isländer sind auf die gleiche Art unreif, wie die Jugend unreif ist. Das ist ein Vorzug und zugleich ein Nachteil. Es erzeugt Hingabe, Unmittelbarkeit, Neugier, den Durst nach Erfahrung und unkompliziertem Lebensgenuß. Doch es beschwört zugleich soziale Unsicherheit herauf, Verantwortungslosigkeit, Oberflächlichkeit, Provinzialismus und die Gefahr, Äußerliches für das Wesentliche zu halten.
Nur wenige Nationen sind geschichtsbewußter oder ihrer Vergangenheit enger verbunden als die Isländer; das kann ein Segen sein und zugleich ein Fluch. Obwohl historische Funde sehr selten sind, bleibt die Identifikation mit der Vergangenheit nicht nur durch die Chroniken lebendig, sondern auch durch die Beibehaltung aller alten Namen von Bauernhöfen und historischen Örtlichkeiten. Fast jeder bewohnte Fleck Islands ist mit irgendeinem bekannten Vorfall aus den Sagas oder der bewegten Geschichte späterer Jahrhunderte verbunden, so daß es kaum jemals gelingt, dem historischen Zusammenhang zu entkommen. Wohl kaum in einem andern Land, Italien und Griechenland nicht ausgenommen, wird der historisch vorgebildete Besucher von dem Gefühl ungebrochener Geschichtlichkeit so überwältigt. Ein namhafter norwegischer Literaturhistoriker erzählte eine amüsante und für diesen Sachverhalt sehr bezeichnende Geschichte: Auf einer Reise durch Island kam er auch einmal zu einem Bauernhof und hörte dort, wie sich zwei Isländer des längeren über einen Verstorbenen unterhielten. Der eine klagte darüber, daß der Betreffende so jung habe sterben müssen; der andere gab zu bedenken, was ein so begabter Mann noch alles hätte für sein Land tun können. Und als der Norweger höflich fragte, wer der Verstorbene denn sei, erhielt er die sachliche Antwort, man spreche von Skarpheöinn Njälsson — einem der Helden der Saga von Njäl dem Weisen aus dem dreizehnten Jahrhundert.

Thema: Island

Wirtschaftliche und soziale Revolution

Doch selbst diese wirtschaftliche und soziale Revolution, die ein vorwiegend bäuerliches, elend verarmtes Land in einen Wohlfahrtsstaat voll blühender Städte und Fischerdörfer verwandelte, konnte den isländischen Nationalcharakter nicht von Grund auf ändern. Die Isländer sind in politischen Dingen von einer naiven Intoleranz (nicht ohne gleichzeitig politische Korruption fast wie ein Naturgesetz hinzunehmen) und andererseits in vieler Hinsicht überaus tolerant, zumal in Fragen der Religion und der Moral. Ihre Geschlechtsmoral war schon immer recht freizügig, und der Prozentsatz der unehelich Geborenen ist mit 25 Prozent der höchste in Europa; in religiösen Belangen jedoch sind sie noch liberaler: Sie lassen zu, daß in der lutherischen Staatskirche Spiritualismus und Theosophie Fuß fassen, und praktizieren insgeheim ihre eigene Art uralten Heidentums unter einer dünnen Schicht nominellen Christentums. Nirgends in Westeuropa, Irland einmal ausgenommen, war der Acker des Volksglaubens so fruchtbar wie in Island.
Ahnenkult war hier seit den Tagen des Heidentums weit verbreitet; für den Glauben an Elfen und andere Naturgeister gilt das gleiche. Für viele Isländer sind Geister nicht minder wirklich als ihre Nachbarn im Nebenhaus. Noch vor wenigen Jahren bekannte sich ein Professor an der isländischen Universität öffentlich zu seinem Glauben an die Existenz von Elfen; zahlreiche prominente Schriftsteller haben das gleiche Bekenntnis abgelegt. Ein berühmter Schriftsteller, jetzt in den Achtzigern, ist, obwohl eingeschworener Stalinist, zugleich ein überzeugter Spiritualist, Theosoph und Experte in der “Monstrologie”. Traumdeutungen sind ungeheuer beliebt und spielen im Leben vieler Leute eine wichtige Rolle. Der norwegische Psychologe Harald Schjelderup, ein Gelehrter von europäischem Rang, hat festgestellt, daß der Spiritualismus in drei Ländern am weitesten verbreitet ist: in Puerto Rico, Brasilien und Island. Medien und Menschen mit parapsychischer Begabung trifft man in Island auf der Straße. Häufig werden Seancen veranstaltet in Privathäusern, aber auch in den größten, voll besetzten Hörsälen. Im Winter 1999/2000 galt die bestbesuchte Versammlung der Studentenschaft einer Seance, geleitet von Islands bekanntestem Medium, einem ungelernten Arbeiter. Es gibt Leute, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Bücher über “seelische Erfahrungen” und “geheimnisvolle Vorgänge” sind Jahr für Jahr sichere Bestseller.

Thema: Island

Wir Isländer – Zuerst die Kultur

Verallgemeinerungen übergehen oft Nuancen, um die große Linie, die wichtige Kontur desto stärker hervorzuheben. Was im folgenden festgestellt wird, kennt viele Ausnahmen, trifft im allgemeinen jedoch zu; es beschreibt gemeinsame Charakteristika.
Ebenso wie Island ein Land starker Kontraste ist Feuer und Eis, miserable Straßen und luxuriöse Häuser sind die Isländer als Volk ein solcher Haufen von Widersprüchen, daß es den ausländischen Besucher oft aus der Fassung bringt. Diese Widersprüche wurzeln nicht nur in der Mischung keltischen und nordischen Blutes (einer Mischung, die den Isländer deutlich vom Skandinavier unterscheidet), sondern auch in der nationalen Geschichte, der natürlichen Umwelt und nicht zuletzt in der geographischen Lage des Landes unter dem Polarkreis.
So weit vom übrigen bewohnten Erdkreis entfernt, in einem Land voll rauher Umwelt, aktiver Vulkane und glitzernder Gletscher, einem Land der schrecklich langen, nur spärlich erhellten Winternächte und der nachtlosen Sommermonate, der tobenden See und der unpassierbaren Flüsse, mußten die Isländer einfach ein exzentrisches Wesen entwickeln. Denkt man daran, daß sie bis zur Jahrhundertwende praktisch unter mittelalterlichen Bedingungen lebten, in ungeheizten, kümmerlich erleuchteten Bauernhütten aus Torf, Naturstein und wenig Holz, ohne Kohle, ohne Karren, ohne Transportmittel außer dem immer brauchbaren Pferd, so hat man einen Begriff von der ungeheuren Umwälzung, die während des letzten Halbjahrhunderts, besonders aber seit dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat.

Thema: Island

Wer klaut dem Schimmel die Farbe?

Ein Gen lässt das Fell im Rekordtempo ergrauen. Lange haben Pferdekenner über diesen „Farbdiebstahl“ gerätselt: Kommt ein SCHIMMELFOHLEN auf die Welt, trägt es ein schwarzes, braunes oder rotbraunes Fell. Dieser Originalton verblasst jedoch im Laufe der nächsten sechs bis acht Jahre. Was bleibt, ist meist ein grau-weißes Haarkleid. Schwedische Wissenschaftler wollten wissen, warum das geschieht, und haben die GENE von 727 Schimmeln und Grauschimmeln unterschiedlicher Rassen untersucht. Das Ergebnis: Alle weißen und grauen Pferde tragen eine ungewöhnliche Erbanlage in sich – eine Art Farb-Ausschalter, der das Fell der Tiere mit zunehmendem Alter ergrauen lässt. Das kennen wir auch von menschlichen Haaren. Im Gegensatz zu uns beginnt der Prozess bei den Pferden aber schon kurz nach der Geburt. Und er vollzieht sich erheblich schneller! Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieser genetische „Schalter“ vor vielen Jahrhunderten durch eine MUTATION, also durch Zufall, entstanden ist. „Irgendwann wurde ein Pferd geboren, das erst grau und dann weiß wurde. Es muss die Menschen derart fasziniert haben, dass sie mit diesem Tier weiterzüchteten und seine ERBANLAGE weitergegeben wurde“, erklärt Leif Andersson, einer der schwedischen Forscher. Heute trägt jedes zehnte Pferd dieses Weiß-Gen in sich.

Thema: Geschichte

Im Lande der Pferdenarren

Man kann das Land der „Heiligen und Gelehrten“ auch die Insel der Pferdefreunde, Pferdekenner und der Pferdenarren nennen. Vom Gutsbesitzer, der auf seinem Gestüt die besten Rennpferde der Welt züchtet, bis zum Tinker, der mit dem bunten Wohnwagen und einer kleinen Pferdeschar durchs Land zieht, wegelagernd, den Bauern und Dörflern ein Ärgernis: Das Leben der Ärmsten und der Reichsten kreist um das Pferd.
Das Auto ist Gott sei Dank nur ein Verkehrsmittel, man schenkt seine Liebe hier einem Lebewesen und macht es zum Idol, das man pflegen, putzen und anbeten darf. Wie sollte es auch anders sein in einem Lande, wo Pferderennen Volkssport wurden. Zwei Seiten widmet jede Tageszeitung, die auf sich hält, dem „Sport der Könige“, und fast jeden Tag findet irgendwo in der Provinz ein Rennen statt. Die kleine Insel verfügt über mehr als zwei Dutzend Rennplätze, damit auch jede Grafschaft regelmäßig zu ihrem Vergnügen kommt. An Renntagen läßt der Bauer den Pflug, der Handwerker sein Werkzeug liegen, der Krämer schließt seinen Laden, und alles, was laufen kann, zieht zum Hippodrom, wettet, trinkt, jubelt und fachsimpelt.
Es geht bei diesen Rennen nicht ums große Geld wie in Santa Anita, Longchamp oder Ascot, hier werden eher Volksfeste gefeiert, man trifft sich und amüsiert sich gemeinsam mit Nachbarn und Freunden. Auf den kleinen Plätzen in der Provinz kommt auch der Bauer, der Ein Pferd-Besitzer. zum Zuge und kann seinen selbstgezogenen Wallach über Hürden und Hindernisse schicken. Sehr beliebt sind außerdem die Point to Point-Rennen, dörfliche Veranstaltungen im kleinen Kreis, ohne Rennbahn: Es geht über Wiesen und Felder, Wälle und improvisierte Hindernisse — es sind private Vorprüfungen. Sie finden nur in den Wintermonaten statt wie die Fuchsjagden — oft mit denselben Pferden, und oft avancierte schon ein guter hunter zu einem erstklassigen chaser. Auch auf den kleinsten aller Rennplätze, einer Viehweide, fehlt nicht das Zelt mit dem unentbehrlichen Getränke-Ausschank, und natürlich sind auch die Buchmacher da, fünf bis zehn an der Zahl, auf Kisten stehend, die riesige Geldtasche vorm Bauch, um die Wettlust der Leute zu befriedigen.
Die bedeutenden, klassischen Flachrennen werden in The Curragh, unweit von Dublin, ausgetragen. Dort geht es selbstverständlich eleganter zu, dort trifft sich die Prominenz. Doch der Ton wird von dem bunten Publikum angegeben und nicht von den Ausnahmen im grauen Frack oder unter dem letzten Modeschrei der Damenhüte.
Der Reitsport selbst findet auf den Fuchsjagden seinen Höhepunkt. Jede Grafschaft besitzt ihren eigenen Jagdclub, „Galway Blazers“ oder „Black and Tans“ oder „Kildare Foxhounds“. Wie der Kapitän einer Mannschaft, so steht ihm der erwählte Master vor, meistens ein reicher Gutsherr, der sich eine Meute Hunde leisten kann. Wie einen Titel darf er hinter seinen Namen die stolze Abkürzung setzen: M. F. H. (Master of the Foxhounds). Aber nichts Exklusives oder Snobistisches haftet der Fuchsjagd an, im Gegenteil: Teilnehmen darf jeder, der reiten und ein Pferd auftreiben kann. Als Urlauber kann man einen „hunter“ gegen Gebühr leihen für 30 bis 60 Mark am Tag. Man hat immer wieder mit Recht gegen die grausame Tötung der Füchse protestiert und sollte vielleicht humanere Mittel erfinden. Dieser Sport aus der Feudalzeit ist ein Anachronismus, wer aber einmal in der Schar der Rotröcke mitgeritten ist, durch winterliche Landschaft, über Stock und Stein, der wird den Schall des Hornes nie vergessen, das Kläffen der Meute, die dampfenden Pferdeleiber und die Freude der dahingaloppierenden Reiter.
Natürlich blüht hinter dem Sport und seinen Freuden auch das Geschäft: der Pferdehandel. Durchschnittliche Pferde wechseln auf Pferdemärkten den Besitzer, die Auslese erwirbt man auf Versteigerungen. Vollblüter aus edelster Zucht, Derby-Anwärter, die Millionen Umsätze erreichen, werden zu den großen Auktionen im englischen Doncaster oder Newmarket geschickt, wo sich im Herbst die großen Züchter, Trainer, Händler und Experten treffen. Der irische Züchter, der sich einen guten Preis verspricht, transportiert seine Tiere mit dem Flugzeug, und nur die weniger Wertvollen werden in Dublin (Ballsbridge) oder in Slane in der Grafschaft Kildare versteigert. Preise zwischen 100 000 und 300 000 Mark für Einjährige sind keine Seltenheit. Oft entpuppen sich diese kostbaren Vollblüter später auf dem Rennplatz als teure Nieten, doch wie könnte es anders sein, da nur ein einziges Pferd das Derby gewinnen kann. Tausende Einjährige werden als Aspiranten verkauft, die Chancen sind ungewiß wie im Lotto. Viele Fohlen erblicken nie den Rennplatz, nicht einmal die Weide, um zu grasen. Großgestüte, wiewohl nicht die irischen, erschießen die Hälfte und mehr ihrer Zucht, wenn Beine und Körperbau der Pferde den Kenner nicht beglücken. Das Wort von der „Bloodstock Industry“ scheint fast berechtigt.
Weniger kostbare Pferde werden auf den Pferdemärkten der Kleinstädte verkauft, robuste Gäule für die robuste Fuchsjagd, vereinzelt auch noch für den Ackerbau oder nur für die Fleischfabrik in Belgien. Neuerdings—eine Touristenattraktion — werden wieder Zugpferde gebraucht, fürs Zigeunergespann, das man mieten kann, um damit recht romantisch durchs Land zu reisen. Und so ist der Pferdemarkt auch für die Tinkers wieder zum großen Treffpunkt geworden, wo sie ihre Lippizzaner, die auf fremden Weiden fett gefressenen Zirkusgäule, an den Mann bringen wollen. Handeln auf dem Pferdemarkt ist ein Ritual. Haben sich Käufer und Verkäufer über den Preis geeinigt, spuckt man in die Hand und schlägt zu, das Geschäft ist besiegelt. Dann zählt der eine, dann der andere das Geld, sorgfältig, jeden Schein zwischen den Fingern reibend, und zum Schluß muß ein Dritter, Unparteiischer die Geldscheine noch einmal genau zählen. Der Käufer erhält dann wieder einen kleinen Betrag zurück, the luck money, den Glückspfennig. Wer sich für Pferde und ihren Handel nicht interessiert, dem sei trotzdem empfohlen, einen Pferdemarkt in Dingle, Limerick oder Ballinasloe zu besuchen. Er soll sich nicht die Fesseln der Gäule ansehen, sondern die Köpfe der Bauern und Händler, Gesichter wie aus Holz geschnitzt, voller Individualität und Charakter, mit freundlichen Augen, aus denen der Schalk blinzelt.

Thema: Irland

Flameno in Tarifa in schönen günstigen Kleidern

Tarifa: An der engsten Stelle der Straße von Gibraltar gelegene alte maurische Stadt (guterhaltener Mauerring) mit dem einst heftig umkämpften Castillo de Guzmän el Bueno. Von der vorgelagerten Punta Marroqui, dem südlichsten Punkt Europas, Blick auf die Küste Nordafrikas. Morre del Me Ehemaliger Fischerort (schöner Hafen), heute einer der großen Ferienorte bei Mälaga, vorwiegend von Spaniern besucht. Sarreraolinas. Der betriebsamste Badeort an der Costa del Sol von inzwischen gigantischen Ausmaßen. Noch ist kein Ende des Baubooms abzusehen. Ruhiger der elegante Vorort Montemar.
Decia: Einst bedeutende Stadt und Stützpunkt der Christen während der Reconquista. Vom ehernäligen Reichtum zeugen zahlreiche Renaissancepaläste und -kirchen, vor allem die mit ungeheurer Pracht ausgestattete Kapelle El Salvador. Sehenswert auch das Zigeunerviertel Calle Valencia. Vejer de Montera: Hoch über dem Barbate gelegene „weiße Stadt” mit malerischen Gassen und blumengeschmückten Häusern.

Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco

Flamenco in Ronda

Ronda: Malerisch auf einem Felsplateau, das durch eine bis 150 m tiefe Schlucht geteilt wird, gelegene Stadt mit einer auf römische Ursprünge zurückgehenden Ciudad (Altstadt) und der Mercadillo genannten Neustadt. Drei Brükken, eine römische, eine maurische und die 1793 vollendete Puente Nuevo verbinden die Stadtteile. Die 1785 erbaute Arena im Mercadillo ist beachtenswert, ebenso der Park Alameda de Jose Antonio. Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten jedoch liegen in der Altstadt: die auf den Ruinen einer Moschee erbaute Kirche Santa Maria la Mayor (1485), die Casa del Rey Moro mit Kachelbildern und schönen Gartenanlagen, der Palacio del Marqus de Salvatierra mit prunkvoller Renaissancefassade, die Reste der Arabischen Bäder (16. Jh.) sowie mehrere bedeutende Kirchen und Paläste. Etwa 15 km von der Stadt die La Pileta-Höhle mit prähistorischen Tierzeichnungen, älter als die in Altamira.
Salobreria: Malerisch an einem Felshügel gebaute Stadt, bekrönt von der Ruine einer maurischen Festung, umgeben von einer fruchtbaren Ebene. An dem recht urtümlichen Strand verbringen vorwiegend Spanier ihre Ferien. Nahebei die moderne Urlaubsanlage Salobreria 2000. Safflücar da Berrameda. Fischerhafen und Zentrum des Manzanilla-Anbaus, einer Jerez-Weinsorte. Von hier aus trat Magalhäes seine erste Weltumseglung an (1519). Beachtung verdienen das Kastell, die Renaissancekirche Santo Domingo in der Unterstadt, die Kirche Santa Maria de la mit einem prächtigen Portal im Mudejar-Stil sowie mehrere Adelspaläste. Nahebei die sog. Marismas, ein riesiges Sumpfgebiet am Unterlauf des Guadalquivir, das weitgehend in Reis- und Baumwollfelder verwandelt wurde. Sevilla: Die Hauptstadt Andalusiens, mit dem Meer durch Kanäle verbunden, ist heute eine bedeutende Industrie-und Handelsstadt und Touristenzentrum. Eine iberische Gründung, wurde Hispalis von Julius Caesar erobert (45 v. Chr.), 411 von den Vandalen besetzt, war dann Residenzstadt der Westgoten und nach der maurischen Einnahme (711) von 1031 über ein halbes Jahrhundert Metropole eines maurischen Königreiches. 1248 wurde Sevilla von Ferdinand III. zurückerobert und damit wieder Königssitz, über Jahrhunderte der wichtigste Hafen des Landes, Verwaltungszentrum für die überseeischen Gebiete Spaniens und ein Mittelpunkt für Kunst und Kultur. Mauren und Christen haben der Stadt gleichermaßen bedeutende Bauwerke hinterlassen. An erster Stelle steht dabei die Kathedrale, die drittgrößte Kirche der Welt, anstelle der Hauptmoschee der Stadt im gotischen Stil errichtet. Von der Moschee blieben nur das ehem. Minarett, die herrliche Giralda (nach seiner Wetterfahne genannter Turm) und der sog. Orangenhof (in den Umbauten die Biblioteca Colombina mit kostbaren Schriften) erhalten. Die Kirche selbst hat gewaltige Dimensionen: außen neun Portale, innen fünf und zwei durch die Kapellen gebildete Schiffe und 69 von 40 gotischen Pfeilern getragene Gewölbe mit glanzvoll ausgestatteten Kapellen (u. a. Grabmäler spanischer Könige, gotisches Retabel, Gemälde von Murillo). Von großer Schönheit sind auch die Mosaikfenster, von außerordentlichem Reichtum ist der Domschatz. — Höhepunkte maurisch-christlicher Baukunst bietet auch der Alcäzar, in seiner heutigen Form im wesentlichen unter Peter I. dem Grausamen von arabischen Baumeistern gestaltet. Besonders eindrucksvoll: der Hof der jungen Mädchen, der Puppenhof und der Saal der Gesandten. Im älteren Teil des Alcäzar, dem sog. Palast Karls V., sind u. a. Gobelins ausgestellt. Sehr sehenswert sind auch die Gärten des Alcäzar. Weitere Hauptsehenswürdigkeiten sind die Casa de Pilatos, das Hospital de la Caridad (1661-64) mit kostbaren Gemälden (u. a. Murillo) im Innenraum der Kirche, die barocke Kapelle San Jose der barocke Palacio de San Telmo, 1734 als Seemannsschule erbaut, die Casa de las Duenas, ehemals der Palast der Herzöge von Alba, und die Neue Universität, als Tabakfabrik im 18. Jh. errichtet. Unter den Museen der Stadt verdienen das Archäologische Museum mit einer reichen römischen Sammlung, das Archivo General de Indias (Dokumente zur Entdeckung und Eroberung Amerikas) in der 1583-98 errichteten Casa Lonja, der ehem. Börse, und das Provinzialmuseum im ehem. Kloster de la Merced mit einer umfangreichen Gemäldesammlung besondere Beachtung. Eindrucksvoll das malerische Viertel Barrio de Santa Cruz. Nahe der Stadt die ehem. römische Veteranensiedlung Itälica, wo Villen mit Mosaikfußböden und ein Amphitheater ausgegraben wurden; sowie Santiponce mit einer sehenswerten Kirche des Klosters San Isidoro del Campo (Alabastergrabmäler, Retabel von Montafies).

Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco

Deuber Ronda Ultraflex

DeDeuber Rondar Ronda (Stadt in Andalusien) ist ein Spanischer Sattel der Extraklasse. Der Deuber Barocksattel Ronda DeLuxe wird von Deuber & Partner aus Zeil a. Main gefertigt. Der Barocksattel Ronda kann gegen Aufpreis mit einem verstellbaren Kammereisen bestellt werden, somit ist eine individuelle Einstellung auf den Pferderücken möglich. Der Sattel besitzt einen Ultraflexbaum und eine Softknielage.

Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco

Ferien im Sattel

Wer statt Strand und Sonne mehr das Abenteuer sucht, dem bieten zwei andalusische Adelige einen Urlaub im Sattel ihrer Pferde: Don Alvaro de Domecq-Romero in Jerez de la Frontera und der Marques Antonio de Llomelini Tabarca in Alora. Beide besitzen Reitschulen und organisieren 14tägige Rundritte auf leichtrittigen hispano-arabischen Gebirgspferden. Übernachtet wird in guten Hotels oder kleinen Gasthöfen. Die Ritte von täglich zwei bis sechs Stunden mit gelegentlicher Rast in typischen Landgasthäusern machen abends angenehm müde, aber nicht kaputt.
Auskunft bei uns oder direkt unseren Partner in Spanien.

Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco