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Camargue- Gefühl

Wir fahren nach diesem Zwischenfall ins Reservat hinein, der Weg wird zu einer Piste, einer durch den trockenen Schlick gelegten Spur, die Bäume bleiben zurück, der Blick weitet sich nun, verliert sich, unbefriedigt und ohne eine Form zu gewinnen, in einer absoluten Ebene, fern glänzende Striche zeigen Lagunen an, das Camargue-Gefühl wäre trüb, wenn nicht über der Landschaft wie über der weiland Lüneburger Heide ein violetter Schimmer läge, freilich nicht Erica, sondern Statice, die in dieser schon etwas entsalzten Gegend das Aussehen der Steppe ebenso bestimmt wie in den meernäheren und tieferen Strichen der Glasschmalz, Salicornia. Dieses Violett ist stark, weil es die ungestalte, die schwermütig zwischen gleißende Sonne und glitzerndes, leckendes Brackwasser gestellte Camargue ins Geistige hebt, sie gleichsam stabiliert, ihr so etwas wie Seinsfreude gibt — ohne Statice entbehrte der Schlick, ob er nun trocken in Rauten aufspringt oder sich mit Salicornia bedeckt, eines festen Wesens, ohne Statice wäre die Camargue nur zeitweilig und ohne Gewähr freigegebener Lagunengrund. Statice verleiht auch den Wanderern eine Sicherheit, die die Salicornia-Regionen nicht mehr geben können. Der Leser möge mir so viel Botanik nicht übelnehmen! Wer Pflanzen nicht kennt und nennen kann, bleibt vor der Natur in der Gefühlsschwelgerei, dringt nicht über ungenauen und redseligen Lyrismus zur Mühe und zum Glück vor, die Landschaft zu denken. Zahllos die Besucher und Beschreiber der Camargue, die die Statice mit der Heide verwechseln und die Salzsteppe so idyllisieren und komtinentalisieren.

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