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Camargue-Stimmung

In Salin de Badin, einer Gruppe von drei Häusern fragen wir nach dem Weg — man gibt uns den fern, gegen das Meer zu, ragenden Leuchtturm der Lacholle als Zielpunkt an, auf den wir unsere Bewegungen auszurichten haben. Ein Süßwasserteich, den mittelamerikanische Gambusen, Moskitolarven vertilgende und zu diesem Zweck hier eingesetzte Fischlein, durchwimmeln — sie sind so zahlreich, daß sie in Klumpen auf den Algen liegen. Dicke Frösche — und dann, ein herrliches Bild, eine zwei Meter lange Natter, die sich königlich durch dieses ihr Revier peitscht.
Trotz des Leuchtturms gerieten wir auf eine falsche Piste und an einen Wasserlauf, der zwei der Lagunenteiche verband und eine kräftige, meerwärts gerichtete Strömung zeigte—gerührt erkannten wir in diesem Gefälle das letzte, was nach mancherlei Umwegen von der großen Rhöne geblieben war. Wir wichen aus und gerieten auf den Deich, der die Camargue gegen die See abschließt und jenseits dessen sich bereits wieder Vorland angesetzt hat. Am Leuchtturm lenkten wir nach Norden, auf den Bois de Rieges zu, der dunkel den Horizont säumte. Nach einer Weile bog die Piste nach Westen ein, wir ließen das Auto stehen und traten den Fußmarsch an, wir gingen aus der Besichtigung zum Kontakt über. Die Besichtigung erfährt nur Äußerliches über das Besichtigte, sie hält ausdrücklich das Besichtigte von sich weg, sie verschließt sich gegen das Besichtigte, nun aber, in einem starken Gärungsgeruch wie von faulenden Fischen, unter einem übermächtigen, den Boden ins Nichts drückenden Himmel, in der glutenden Helle, vor der man sich nirgends bergen konnte, öffneten wir uns der Camargue-Stimmung. Es ging über die sukkulenten, knorrig verzweigten, manchmal rötlich angehauchten, dann wieder vom Schlick grau überzogenen Kleinsträucher der Salicornia hinweg. Sie zeigten weder Blätter noch Blüten, nur die aufgequollenen Röhrchen der Zweige und Zweiglein, düster, zäh, bettierhaft. Nie haben wir uns von Flora so im Stich gelassen, so wenig unterstützt gefühlt wie damals.

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