Einfach mal anfassen

Wem all die technischen Unterschiede und Definitionen zu viel sind, der sollte sich bei der Beurteilung von Lederqualität ganz einfach auf seinen Riecher verlassen. Und zwar buchstäblich: Denn die „Sinnenprüfung” ist nicht nur bei Heu und Stroh sinnvoll, sondern gerade auch bei Leder. Der Experte sieht gleich, ob er gutes Leder vor sich hat. Aber, davon ist M. P. überzeugt, auch der Laie kann Leder einschätzen, wenn er genau hinsieht. „Das Leder soll eine gewisse Festigkeit haben. Zwar muss es auch geschmeidig sein, aber es soll nicht wabbelig oder schwammig sein. Eine lose, faserige Lederstruktur weist auf minderwertige Qualität hin.” Soweit der Tastsinn. Optisch zeichnet sich hochwertiges Leder dadurch aus, dass man die natürliche Struktur erkennen kann. Dicke Schichten, ein “zugeschmierter” Eindruck ist eher verdächtig. Wirkt das Leder zu glatt und lackiert, kann die Farbschicht schnell abblättern. Und auch unsere Nase kennt sich instinktiv mit Leder aus. Ein scharfer, extremer Geruch ist ein schlechtes Zeichen. Gutes Leder riecht angenehm nach nun, Leder eben, nach Naturgerbstoffen und Fetten. Rosamunde Pilcher hat also doch recht – Geruch nach Leder und Pferden ist sozusagen schon ein kleines Gütesiegel.