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Flamenco in einer Handelsstadt am Nordrand der Sierra Nevada

Montag, 10. Mai 2010 16:51

Guadix In alter Zeit wichtige Handelsstadt am Nordrand der Sierra Nevada. Von der einstigen Bedeutung zeugen die Maurenburg (15. Jh.) und die Kathedrale mit Renaissance- Glockenturm und barocker Fassade. Nahebei die Höhlenwohnungen von Barrio de Santiago und die Höhlensiedlung v. Purullena. Huelva: Bedeutender Atlantikhafen (Export von Kupfererzen) und wichtige Industriestadt (Fischverarbeitung, Konserven, chemische Produkte). 1755 wurde die Stadt durch das Erdbeben von Lissabon zerstört. Sehenswert sind das nahe Kloster La Räbida und der kleine Hafen Palos de la Frontera, wo Kolumbus 1492 zu seiner Entdeckungsfahrt auslief.
Jaen: Am Rande der Sierra Jabalcuz gelegene Stadt mit bedeutender Olivenproduktion. einst Hauptstadt eines Taifa-Königreiches. Beachtung verdienen die Kathedrale (Andres de Vandelvira, Baubeginn 1540) mit schöner Ausstattung (u. a. Kirchenschatz und die verehrte Reliquie Santo Rostro), die Capilla San Andres (innen plateresker Stuck und prächtiges Ziergitter), das in einen Parador umgewandelte Kastell Santa Catalina und das Provinzialmuseum. Jerez de la Frontera: Die Stadt ist weltberühmt durch die in der Gegend angebauten Weine (viele Kellereien sind zu besichtigen). Sehenswert sind die Kirchen Santiago (spätgotisches Portal), San Miguel (gekachelter Turm), San Dionisio (Altar im Mudöjar-Stil) sowie prächtige Herrschaftshäuser. Lanjarön: Heilbad für Leber- und Nierenleiden mit malerischem Ortsbild nahe Las Alpujarras. Malage: Weltberühmte Weinstadt, durch ihre malerische Lage an einer Meeresbucht und besonders angenehmes Klima begünstigt. Von den Phöniziern gegründet und nacheinander von Griechen, Karthagern, Römern, Westgoten und Mauren besetzt, wurde die Stadt erst 1487 von den Christen zurückerobert. Sehenswert sind vor allem die Kathedrale (1528 an der Stelle einer Moschee von Diego de Siloö begonnen, durch Erdbeben teilweise zerstört, ab 1719 Auf- und [unvollendeter] Weiterbau), das Sagrario (16. Jh.) mit spätgotischem Portal und einem plateresken Retabel, der Erzbischöfliche Palast, die Ruinen der Alcazaba mit römischen Bauresten (in den sog. Cuartos de Granada ein archäologisches Museum und die ehem. Zitadelle Gibralfaro (14. Jh.) sowie das Museo de Bellas Artes (u.a. mit schöner Picasso-Sammlung). Nahe der Stadt die Finca de la Concepciön, ein herrlicher Park mit tropischen Gewächsen. Einer der ältesten und vornehmsten Badeorte an der Costa del Sol. Die Altstadt hat sich ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Motril: Lebhaftes Landwirtschaftszentrum mit hübschem Fischer- u. Handelshafen. Koierja: Badeort mit herrlichem Blick auf Meer und Gebirge vom sog. Balkon Europas, einer palmengeschmückten Promenade. Nahe der Stadt riesige Tropfsteinhöhlen mit Spuren prähistorischer Besiedlung.
Osuna: Ehemal. Residenz der gleichnamigen Herzöge mit eleganten Barockpalästen, einer verschwenderisch dekorierten Barockkirche mit der Grabkapelle der Osuna. Puerto de Santa Marfa: Alter Fischerhafen und bedeutender Umschlagplatz für Jerez-Weine (sehenswert die Bodegas). Von Bedeutung die Burg San Marcos der Herzöge von Medinaceli.

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Flamencokleider auf dem Rücken des Pferdes

Mittwoch, 28. April 2010 10:00

Festzug in einem Dorf bei Sevilla

Festzug in einem Dorf bei Sevilla

Umzug in einem Dorf bei Sevilla. Flamencokleider zu Pferde. Tradionelle Flamencoröcke werden in Spanien nicht nur an Festtagen getragen. “Flamenco ist mehr”. Flamenco ist ein Lebensgefühl. Ferias sind der richtige Anlass um solche Flamenco Kleider zu tragen.

Flamenco eine einmalige Show & Flamenco ist ein einmaliges Erlebnis. Weiter ist Flamenco ein Lebensgefühl auch wenn der Gesang teilweise klingt wie der eines Esels.

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Flamencotanz in Flamencokleidern

Dienstag, 27. April 2010 21:00

Flamenco bei einem Fest der Zigeuner

Flamenco bei einem Fest der Zigeuner

Typische Tracht auf einem Fest. Ländliches Pfingstfest im Wallfahrtsort el Rocio. Flamenco Tanz unter Eukalyptusbäumen in Flamencokleidern. Fröhliches Fest im spanischen Stil.

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Roßhandel

Dienstag, 27. April 2010 1:31

Andalusischer Reitzaum

Andalusischer Reitzaum

El Habichuela, ein Zigeuner aus Almeria, wollte einem Stammesgenossen ein Pferd abkaufen. Während er mehrere Tiere beobachtete und genau abschätzte, kam das siebenjährige Söhnchen des Händlers gelaufen und begann zu greinen: „Papa, lieber Herzenspapa, unseren Apfelschimmel darfst du nicht hergeben.“ Diese herzzerreißende Szene bewog El Habichuela, den Apfelschimmel zu erwerben. Aber einige Tage später stand er wieder vor dem Haus des Roßtäuschers, der diesen Besuch wohl zu deuten wußte. „Verkauft ist verkauft“, sagte er. El Habichuela ließ ihn nicht weiterreden. „Unser Handel gilt“, beruhigte er den Verkäufer, „ich komme nur wegen des Buben. Den mußt du mir unbedingt leihen, bis ich den Apfelschimmel wie­der losgeschlagen habe.“

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Federico Garcia Lorca über den Duende, den Dämon

Montag, 26. April 2010 16:31

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Die großen Zigeuner- oder Flamencokünstler Südspaniens, mögen sie nun singen, tanzen oder Musik machen, wissen, daß keine Erregung möglich ist, ohne daß der Dämon kommt. Sie täuschen die Leute und können den Dämon vorspiegeln, ohne von ihm besessen zu sein, so wie euch täglich Autoren oder Maler oder literarische Modemacher ohne Dämon täuschen; aber es genügt schon, ein bißchen aufzupassen, der Gleichgültigkeit nicht nachzugeben, um den Schwindel zu entdecken und ihn samt seinem plumpen Gemächsel davonzujagen.

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Die andalusische Sängerin Pastora Pavön, „La Nitia de los Peines, dieses düstere bispanische Genie, die an Möglichkeit der Phantasie Goya oder Rafael el Gallo gleicht, sang einmal in einer kleinen Taverne in Cddiz. Sie spielte mit ihrer Stimme aus dunklen Schatten, mit ihrer Stimme aus geschmolzenem Zinn, mit ihrer moosbedeckten Stimme; sie verwickelte sie mit ihren Haaren, befeuchtete sie mit Manzanilla oder verlor sie in verborgnen fernen Gestrüppen. Vergeblich; zwecklos. Die Zuhörer blieben stumm .. .

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Da war auch Eloisa, die brünstige Aristokratin, die Hure Sevillas, welche direkt von Soledad Vargas abstammte, die um das Jahr 1830 nicht mit einem Rothschild sich verheiraten wollte, weil er ihr von weniger edlem Blut schien. Auch die Florida waren anwesend, die jedermann für Metzger hielt, die aber in Wirklichkeit tausendjährige Priester sind und fortfahren, dem Geryones Stiere zu opfern; und in einer Ecke saß der imposante Viehzüchter Don Pablo Murube mit dem Gesicht einer kretischen Maske. Pastora Pavön schloß inmitten des Schweigens.

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Nur ein winziges Männchen von der Art jener kleinen Tanzmännlein, die plötzlich den Branntweinflaschen entsteigen, flüsterte sarkastisch: „Es lebe Paris!”, wie wenn er damit sagen wollte, hier interessiert uns keine Befähigung, keine Technik, keine Meisterschaft. Hier interessiert uns etwas ganz anderes.

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Da schoß „La Nifia de los Peines” wie wahnsinnig in die Höhe, auseinandergerissen wie ein mittelalterliches Klageweib, trank mit einem Zug ein großes Glas Cazalla, der wie Feuer ist, und fing zu singen an: ohne Stimme, ohne Atem, ohne Nuancen, mit verbrannter Kehle — aber mit Dämon. Es war ihr gelungen, das ganze Gerüst des Liedes zu zertrümmern, um einen wilden, versengenden Dämon durchbrechen zu lassen, einen Freund der Sandstürme; der brachte es fertig, daß die Zuhörer
sich die Kleider in Fetzen rissen, wie das die vor dem Bildnis der heiligen Barbara zusammengeballten Antillenneger bei ihrem Ritus in fast gleichem Rhythmus tun.

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

„La Niiia de los Peines” mußte ihre Stimme zerfetzen, weil sie wußte, daß erlesene Leute ihr zuhörten, die keine Formen sondern das Mark der Formen verlangten; reine Musik mit gerade noch soviel Substanz, um sich in der Luft zu halten. Sie mußte sich des Wissens und der Sicherheiten begeben, das heißt ihre Muse fortschicken, verlassen und schutzlos bleiben, bis ihr Dämon kommen und sich herbeilassen würde, Leib gegen Leib mit ihr zu kämpfen. Und wie sie sang! Ihre Stimme spielte nicht mehr: Ihre Stimme war ein Blutstrahl, geadelt durch Schmerz und Ernst; sie öffnete sich wie eine Hand mit zehn Fingern, die Juan de Juni aus den durchnagelten, aber sturmdurchtobten Füßen Christi gemacht hat.

Flamenco-Röcke – Flamenco-Kleider – Flamenco Oberteile

Vor Jahren, hei einem Tanzwettbewerb in Jerez de la Frontera, trug eine Achtzigjährige den Preis davon gegen die schönsten Frauen und jungen Mädchen mit Hüften wie quicke Weilchen; und zwar einzig und allein dadurch, daß sie die Arme hochstieg, den Kopf in den Nacken warf und einmal mit dem Fuß aufs Podium stampfte. So also mußte in der Versammlung von Musen und Engeln, von Frauenschönheit und Schönheit des Lächelns dennoch jener todnahe Dämon gewinnen, der seine Flügel aus rostigen Messern über den Boden schleifte.

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Flamenco Showgeschäft und Wirklichkeit

Sonntag, 25. April 2010 1:05

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Wenn Gante jondo zu besonderen Anlässen, zu einer Misa flamenca in Kirchen gesungen wird, scheint er am rechten Ort. Die strenge sakrale Form deckt sich hier mit der Inten­sität, der Innigkeit des Gesanges, die im berufsmäßigen, übertriebenen Geschrei des Flamenco-Gesanges auf dem Tablao verlorengeht. Gute Sänger, wirkliche Cantaores, hört man deshalb selten. Sie werden hei den Tablaos zu schlecht bezahlt, besingen lieber Schallplatten oder reisen mit namhaften Tänzern um die Welt.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Stunden nehmen? Warum nicht? Ich war Tänzerin, es würde den Horizont erweitern, und ich wollte über Flamenco alles wissen. Also auf! Übrigens war es damals, 1992, die einzige Möglichkeit, wirklichen Flamenco in Spanien zu lernen, wie ich bald erfuhr. Drei Wochen dauerte es, bis der Meister mich, die Ausländerin, als Schülerin würdigte. Im kahlen Tavernenhinter­zimmer der madrilenischen Altstadt gab er Unterricht. Glüh­birne oben, der Gitarrist in der Ecke, der Meister in Filz­pantoffeln auf einem Stuhl.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

„Geh in die Mitte. Baue dich auf. Hebe den Arm. Dann stand er auf und ging Kaffee trinken. Verwirrt sah ich auf den Gitarristen, aber der meinte gleichmütig: „Ja, so ist der Anfang von ,Soleares’. Nur Mut, und rollte geduldig weiche Tonfolgen aus seinem Instrument. Ich wußte, daß Solcarcs, Alegrias, Bulerias, Farruca und Zapateado die fünf Grundtänze waren, die ich hier zu lernen hatte. Aber dieser Anfang war recht seltsam. Zum Glück fielen mir die Worte eines spanischen Philosophen ein: „Das Armheben einer Flamenco-Tänzerin ersetzt hundert Drehungen an­derer.

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco Röcke

Ich versuchte es. Hob den Arm. Hob den anderen, entdeckte allmählich inneres Bewegen; spürte die Verbindung mit der Erde, das Hineintanzen, Nachuntentanzen, im Gegensatz zum Hochstreben der Ballettsprünge gab es hier kein Lösen von der Erde, sondern intensivste Spannung am Platz, erdverbunden, in sie hineinstampfend. Es war das Gesetz, das Geheimnis des Flamenco-Tanzes. Nirgends steht es geschrieben, ich habe es dort entdeckt, gelernt, rein zufällig oder instinktiv. Ich lernte bei dem Alten alle Tänze des Flamenco-Repertoires.

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco Röcke

Vor meiner Stunde hatte Antonio, Spaniens großer Tänzer, Unterricht. Ich lernte den gleichen hochkomplizierten Zapateado, den der Alte tatsächlich mit Filzpantoffeln deutlich machen konnte. Ein sensibles Uhrwerk der Rhythmik, das sich von selbst zusammensetzt, wenn man das erste Rädchen hat.

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco-Tanz

Nach vier Monaten sagte Estampio: „Genug, du hast den duende.
So. Ich hatte den Duende (Dämon). War Eingeweihte des Flamenco. Sozusagen Angehörige eines Geheimordens, aber ich war auch um eine traurige Erfahrung reicher: Daß die schöne, alte Kunst des Flamenco-Tanzes in diesem Tavernenloch damals ihre letzte Zuflucht hatte. Der Alte war der Beste. Man hätte ihm eine Schule geben sollen, in der man ohne pittoreske Schlamperei und Improvisation, die gar nicht nötig war, Flamenco lernen konnte.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Ich machte die Erfahrung, daß Spanien hier eine Kunstform verschleudert (es hat sich inzwischen nicht viel ge­ändert), die zwar von einzelnen weiter getragen wird, aber mühevoll. Pseudokünstler mischen sich ein, machen Ge­schäfte, verderben den Ruf und die reine Weiterentwick­lung des echten Flamencos — im Dreiklang von Gesang, Gitarre und Tanz —, der zwar Weltruf hat, aber immer dem Zugrundegehen ausgesetzt bleibt. Die sogenannten Tablaos Flamencos sind oft glänzend inszeniert und wahrhaft raffinierte Feste fürs Auge.

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Flamenco – Andalusien live erleben -

Samstag, 24. April 2010 0:20

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco & Stierkampf

In Granadas Zigeunerhöhlen am Sacromonte verflachte der Flamenco zum Touristenköder. Eine traditionsreiche Kunst wurde weithin Showgeschäft. Bei ländlichen Fiestas aber spürt man noch etwas von der Erdverbundenheit dieses Tanzes, den Ilse Meudtner von Grund auf studierte.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Händeklatschen, Röckewirbeln, Füßestampfen; die buntkostümierten Tänzerinnen beschwören heißblütiges Zigeunertemperament. Ihre schmalhüftigen Flamenco Begleiter hacken donnernde Stakkatos in die Podiumbretter; rollende Gitarrenbässe mischen sich in schreienden, ekstatischen Gesang — typical spanish — das genormte Bild einer spanischen Flamenco-Show.

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco & Stierkampf

Dergleichen sogenannte Tablaos flamencos finden sich heute in jedem Touristenort längs der Küsten, in jeder Stadt, wo Fremde Unterhaltung suchen. Früher hat es diese laut­starken Volkstanz-Fiestas nicht gegeben. Erst der in Spa­nien einsetzende Touristenboom rief das florierende Gipsy­Showgeschäft ins Leben, erfand eine neue Amüsierindu­strie, arrangierte Effekte einer uralten Kunst für die flüchti­gen Blicke ausländischer Besucher.
Viele dieser Shows sind glänzend gemacht, spritzig aufge­zogen, variieren den von Bizet erdachten Carmentyp und den Zigeunerrummel „draußen am Wall von Sevilla” auf überzeugende Weise. Die Zuschauer sind begeistert, der Umsatz stimmt, die Shows erfüllen ihren Zweck.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Mit Flamenco hat das allerdings wenig zu tun. Es ist nur die veräußerlichte Schablone dieser sehr intimen Kunst, einer solistischen Kunst, die sich weder in der Tanzgestal­tung noch in der musikalischen Darbietung in Gruppenauf­tritten produziert. So sind Gitarrist und Sänger noch das Echteste auf dem Showpodium; denn Flamenco-Gitarren­musik wird nicht gedruckt, Gesänge stehen auf keinem Pa­pier, sie bringen sie mit von Dörfern und Fiestas, von durchsungenen Nächten mit Freunden; es gibt keine Schu­len, in denen man sie lernen kann.

Was bedeutet eigentlich Flamenco? Woher kommt das klangvolle Wort Flamenco?

„Es gibt viele Deutungen. So heißt es: Als flämisch oder Flamenco hätte man die verwilderten Soldaten be­zeichnet, die mit Herzog Alba aus Flandern nach Spanien zurückgekehrt waren. Andere sagen: Die aus Deutschland einwandernden Zigeunergruppen seien den Spaniern we­gen ihrer bunten Kleider und der lässigen Bewegungen wie Flamingos vorgekommen. Historiker meinen: Das Wort sei arabischen Ursprungs, bedeute Fellah und mangu, die Be­zeichnung für Volksgesang. Mehr oder weniger blieb das Wort Flamenco jahrhundertelang unbeachtet.

Flamenco Spanien – Flamenco Andalusien – Flamenco & Stierkampf

Doch 1876, als Bizets Oper „Carmen” in Madrid über die Bühne ging, machte das Wort Furore. Flamenco wurde In­begriff alles Locker-leicht-erotischen, brachte die bisher etwas geringschätzig betrachtete Kunst der andalusischen Zigeuner in Mode, machte sie salonfähig und bühnenreif. Es entstanden die berühmten „Cafes cantantes”, die um die Jahrhundertwende ihre Blütezeit hatten und zu Treffpunk­ten der Flamenco-Aficionados wurden. Als dann die leichte Muse samt Couplets und Dekolleres auf diesen Bühnen ein­zog, nahmen die Senoritos ihre inzwischen hochgeschätzten Flamencokünstler mit in private Kreise, und noch heute sind andalusische Herrenhäuser in Sevilla, Jerez und Cädiz Hochburgen des Flamencogesanges, des Cante jondo. Wer zum erstenmal Cante jondo (oder hondo gleich tief) hört, ist kaum begeistert. Die Fremdartigkeit der Tonfol­gen, der eigenartige Ablauf der Rhythmen haben keine Beziehung zu europäischer Musik und sind nicht leicht nachzuempfinden. Da sind keine heiteren Volkslieder, eher intime, gesungene Erzählungen Einzelner; Mitteilungen über Gott, das Leben, die Frau, die Natur.

Flamenco Tanz  – Flamenco Gitarre – Flamenco Musik

Manuel de Falla wies im Cante jondo byzantinische, griechische, hebräische und arabische Einflüsse nach, die sich mit andalusischer Volkskunst mischten und von den mit­teilsamen Zigeunern durch die Jahrhunderte weitergetragen wurden. In unserer Zeit wirkt dieser rätselhafte Gesang wie der Ausdruck eines esoterischen Kultes vergangener Zivili­sationen.

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