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Tag-Archiv für » Leder «

Einfach mal anfassen

Montag, 26. April 2010 20:51

Wem all die technischen Unterschiede und Definitionen zu viel sind, der sollte sich bei der Beurteilung von Lederqualität ganz einfach auf seinen Riecher verlassen. Und zwar buchstäblich: Denn die „Sinnenprüfung” ist nicht nur bei Heu und Stroh sinnvoll, sondern gerade auch bei Leder. Der Experte sieht gleich, ob er gutes Leder vor sich hat. Aber, davon ist M. P. überzeugt, auch der Laie kann Leder einschätzen, wenn er genau hinsieht. „Das Leder soll eine gewisse Festigkeit haben. Zwar muss es auch geschmeidig sein, aber es soll nicht wabbelig oder schwammig sein. Eine lose, faserige Lederstruktur weist auf minderwertige Qualität hin.” Soweit der Tastsinn. Optisch zeichnet sich hochwertiges Leder dadurch aus, dass man die natürliche Struktur erkennen kann. Dicke Schichten, ein “zugeschmierter” Eindruck ist eher verdächtig. Wirkt das Leder zu glatt und lackiert, kann die Farbschicht schnell abblättern. Und auch unsere Nase kennt sich instinktiv mit Leder aus. Ein scharfer, extremer Geruch ist ein schlechtes Zeichen. Gutes Leder riecht angenehm nach nun, Leder eben, nach Naturgerbstoffen und Fetten. Rosamunde Pilcher hat also doch recht – Geruch nach Leder und Pferden ist sozusagen schon ein kleines Gütesiegel.

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Alles Leder, oder was?

Montag, 26. April 2010 16:42

Bleibt noch das Argument bestehen, dass beide Beispieltrensen ein Schildchen mit der Aufschrift “Leder” tragen. Mann kennt das selbst, so ein “Zertifikat” vermittelt sofort den Eindruck von Qualität. Hier lässt Rausch jedoch einige Illusionen platzen wie Seifenblasen. Seiner Erfahrung nach wer­den Leder gerade bei sehr günstigen Angeboten und im Onlinegeschäft (bewusst) falsch dekla­riert. Dabei ist in Deutschland genau definiert, welche Bezeichnungen für welches Material ver­wendet werden dürfen. Als „Leder”, „Echt Leder” oder „Echtes Leder” darf nur ungespaltene oder gespaltene tierische Haut bezeichnet werder deren gewachsene Fasern erhalten und natür lich verflochten sind. Im Gegensatz dazu gibt – analog zu Press-Spanplatten beim Holz – Mate­rialien aus aufgelösten, gemahlenen, verklebten und zu Bahnen verarbeiteten Lederfasern. Diese darf der Hersteller nicht als Leder bezeichnen. Auch wenn der Hersteller zu dick aufträgt, gel­ten Einschränkungen. Wird auf Leder eine Schicht (Farbe, Folie, Schaum) aufgebracht, die dicker ist als 0,15 mm, oder macht diese Schicht mehr als ein Drittel der Gesamtstärke aus, so muss dieses Material als „beschichtetes Leder” deklariert wer­den. Eine Ausnahme stellen nur Lackleder dar. Besteht ein Produkt aus dem Fleischspalt, so muss es mit dem Wort„Spaltleder” gekennzeichnet sein (oft auch als „Split” bezeichnet). Setzt sich ein Pro­dukt aus Kunst- und echtem Leder zusammen, so muss der Teil, der für den Gebrauch erheblich ist, aus echtem Leder bestehen, damit die Bezeich­nung „Lederprodukt” erlaubt ist. Eine exakte Kenn­zeichnung von Leder ist allerdings nur bei Schu­hen vorgeschrieben, hier werden Obermaterial, Futter und Sohlen getrennt ausgewiesen.

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Nubukleder

Sonntag, 25. April 2010 17:20

Nubukleder sind auf der glatten Narbenseite angeschliffene Leder. Durch den Schliff erhält das Leder eine samtartige Oberfläche. Es wird dadurch sehr weich im Griff, und die Atmungsaktivität erhöht sich. Nachteil: höhere Empfindlichkeit.

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Wildleder

Sonntag, 25. April 2010 17:16

Wird häufig anstelle des Begriffs Rauleder benutzt, bezeichnet aber eigentlich
Leder von wilden Tieren (Hirsche, Antilopen, Rentiere etc.).

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Rauleder

Sonntag, 25. April 2010 17:04

Rauleder ist der Oberbegriff für alle velourigen Oberflächen im Lederbereich.
Es sind in der Oberfläche geschliffene Leder mit einer mehr oder weniger samtigen Oberfläche.

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Gedecktes Leder

Sonntag, 25. April 2010 16:54

Um Leder strapazierfähiger, fleckenunempfindlich und dauerhaft wasserab­weisend zu machen, wird auf mit Anilinfarben schon vorgefärbte Glattleder noch eine deckende Farbschicht aufgetragen. Diese Farbschicht nennt man auch Kopffärbung, Zurichtung oder Pigmentierung.

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Korrigiertes Leder

Sonntag, 25. April 2010 0:26

Die Narbenschicht ist angeschliffen, um Hautfehler auszugleichen. Wenn die darauf angebrachte Zurichtung abgeht, ist das Leder kaputt.

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Heißt billig immer schlechter?

Donnerstag, 22. April 2010 12:39

Da die Herstellung von Leder so komplex ist, können hier nicht alle Bearbeitungsschritte im Detail beschrieben werden. Wenn es aber um die eingangs genannte Frage geht, warum die Trense 20, die andere 200 Euro kostet, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, wie viele Arbeitsschritte beide Trensen durchlaufen haben. .Jeder Arbeitsschritt für sich spielt eine entscheidende Rolle und kann die Qualität des Endprodukts positiv oder negativ beeinflussen. So drängt sich allerdings die Frage auf, ob billig immer auch schlechter heißt. M. P. sagt: „Im unteren Preissegment ist dies meiner Meinung nach Fall. Sehr billiges Leder ist oft faserig und reißt
schneller. In der mittleren Preisklasse gibt es dagegen auch schon sehr ordentliche Qualitäten.”
Einen großen Einfluss auf den Preis hat die Herkunft des Leders. Weltweit und auf alle Lederarten bezogen ist China inzwischen der größte Lederhersteller. Vor allem die Weiterverarbeitung des Leders ist sehr lohnintensiv – und gerade hier hat Asien deutlich die Nase vorn. In Europa ist die Lederindustrie wegen hoher Umweltauflagen und Kosten rückläufig. Lediglich spezialisierte Gerbereien und solche, die für das hochpreisige Seg­ment produzieren, haben hier noch ihren Markt. Für die Reitsportprodukte spielen sie durchaus eine Rolle. So bezieht Postler ihr Leder vor allem aus Deutschland, sie lobt jedoch auch Leder aus Österreich, England und Italien für seine gute Qualität. Gleichzeitig stellt sie fest, dass Importware aus Indien, Pakistan oder China nicht generell minderwertig sein muss, sondern auch„ok sein kann”. Dem stimmt auch Jörg Rausch, Geschäftsführer der Lederzentrum GmbH, zu. „Nicht alles Leder aus China ist schlecht”, sagt er und fügt noch einen weiteren Aspekt hinzu: Getrickst werde vor allem da, wo große einheitliche Lederstücke gebraucht würden, denn hier falle am meisten Verschnitt an. Prinzipiell gilt: Immer wenn möglichst viel aus einer Haut herausgeholt werden soll, besteht die Gefahr, dass getrickst wird. Dann wird vielleicht die Oberfläche korrigiert oder auch ein Teilstück verwendet, dessen Haut eigentlich zu weich für den angestrebten Zweck ist. Die Haut wird mehrfach gespalten, die Oberfläche mit einer dicken Deckfarbenzurichtung zugeschmiert, die später vielleicht abblättert. Eine klare Einschätzung hat Rausch bei Schuhwerk:”Bei Stiefeln kann man davon ausgehen, dass teure Markenware hochwertiger ist als Billigware, da besseres Leder zum Einsatz kommt.” Generell sei aber hochwertig nicht unbedingt mit stabil und unempfindlich gleichzusetzen. Helles, offenporiges Leder könne sehr hochwertig sein, aber auch sehr empfindlich – man denke nur an Westernsät­tel mit hellem Sitz, auf den die Jeanshose abge­färbt hat. Hier stellen Optik und Robustheit offen­bar einen Zielkonflikt dar.

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Zwei Seiten der Leder-Medaille

Dienstag, 20. April 2010 21:21

In den weiteren Produktionsschritten kann der Hersteller die Eigenschaften des Leders nach Wunsch festlegen, je nachdem, was aus dem Material einmal werden soll. So werden die Weichheit, Dehnbarkeit, Fülle, Wasseraufnahmefähig­keit und Färbbarkeit auf den angepeilten Zweck abgestimmt. Darüber hinaus wird die Oberfläche behandelt. Mit verschiedenen Techniken trägt der Lederhersteller mehrere Schichten auf. Die Ober­fläche erhält so besondere Effekte, sie wird matt oder glänzend und, wenn gewünscht, wider­standsfähiger. Zur Oberflächenbehandlung zäh­len auch das Auftragen von Lack und das Prägen. Um zum Beispiel Schuhe oder Stiefel herzustel­len, braucht man Lederarten mit ganz unter­schiedlichen Eigenschaften: sehr festes Leder für die Sohle, schweißbeständiges für die Brandsohle, hautverträgliches Futterleder, prägbares Rah­menleder — hinzu kommt dann noch das Oberle­der, das die Optik des Schuhs prägt. Diese Eigen­schaften verleiht der Hersteller dem jeweils dafür geeigneten Leder durch spezielle Techniken.
Nach dem Gerben weist Leder eine raue und eine glatte Seite auf. Die raue wird als Fleischseite bezeichnet, da an ihr das Fleisch ansetzte. Die glatte Seite, der Narben oder die Narbenseite, lag folglich beimTier außen. Beim so genannten Spal­ten wird das Leder in zwei oder mehrere Schich­ten zerteilt. Dabei entstehen ein Narbenspalt und

Je nachdem, von welchem Tier und auch von welcher Partie des Tiers das Leder stammt, ist es unterschiedlich stark.
ein Fleischspalt, ggf. noch Mittelspalte. Der Nar­benspalt hat eine glatte Oberfläche und ist der hochwertigere Teil, da sein Fasergefüge dichter und das Leder so reißfester ist. Der Fleischspalt hat zwei raue Seiten, von denen eine beschichtet werden kann, so dass ein Ersatz für Narbenleder entsteht. Auch als Veloursleder kann der Fleisch­spalt verwendet werden. Wie M. P. berichtet, können dicke Leder sogar mehrf gespalten werden. Das führe jedoch zu im minderwertigerem Leder, je weiter die Sch Richtung Fleischseite gehe. Die Sattler- und F täschnermeisterin verwendet für Reitsportart ungespaltenes, vollnarbiges Leder, auch VoIIIeder genannt. Beim Vollleder sind alle Hautschichten vorhanden. Die Dicke wird durch Abfalzen an der Fleischseite reguliert.

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Leder prägen

Dienstag, 20. April 2010 16:29

punzierung_leder

Thema: Leder prägen

punzierter Ausschnitt eines Westernsattels der Firma Deuber

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