Zwei Seiten der Leder-Medaille
Dienstag, 20. April 2010 21:21
In den weiteren Produktionsschritten kann der Hersteller die Eigenschaften des Leders nach Wunsch festlegen, je nachdem, was aus dem Material einmal werden soll. So werden die Weichheit, Dehnbarkeit, Fülle, Wasseraufnahmefähigkeit und Färbbarkeit auf den angepeilten Zweck abgestimmt. Darüber hinaus wird die Oberfläche behandelt. Mit verschiedenen Techniken trägt der Lederhersteller mehrere Schichten auf. Die Oberfläche erhält so besondere Effekte, sie wird matt oder glänzend und, wenn gewünscht, widerstandsfähiger. Zur Oberflächenbehandlung zählen auch das Auftragen von Lack und das Prägen. Um zum Beispiel Schuhe oder Stiefel herzustellen, braucht man Lederarten mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften: sehr festes Leder für die Sohle, schweißbeständiges für die Brandsohle, hautverträgliches Futterleder, prägbares Rahmenleder — hinzu kommt dann noch das Oberleder, das die Optik des Schuhs prägt. Diese Eigenschaften verleiht der Hersteller dem jeweils dafür geeigneten Leder durch spezielle Techniken.
Nach dem Gerben weist Leder eine raue und eine glatte Seite auf. Die raue wird als Fleischseite bezeichnet, da an ihr das Fleisch ansetzte. Die glatte Seite, der Narben oder die Narbenseite, lag folglich beimTier außen. Beim so genannten Spalten wird das Leder in zwei oder mehrere Schichten zerteilt. Dabei entstehen ein Narbenspalt und
Je nachdem, von welchem Tier und auch von welcher Partie des Tiers das Leder stammt, ist es unterschiedlich stark.
ein Fleischspalt, ggf. noch Mittelspalte. Der Narbenspalt hat eine glatte Oberfläche und ist der hochwertigere Teil, da sein Fasergefüge dichter und das Leder so reißfester ist. Der Fleischspalt hat zwei raue Seiten, von denen eine beschichtet werden kann, so dass ein Ersatz für Narbenleder entsteht. Auch als Veloursleder kann der Fleischspalt verwendet werden. Wie M. P. berichtet, können dicke Leder sogar mehrf gespalten werden. Das führe jedoch zu im minderwertigerem Leder, je weiter die Sch Richtung Fleischseite gehe. Die Sattler- und F täschnermeisterin verwendet für Reitsportart ungespaltenes, vollnarbiges Leder, auch VoIIIeder genannt. Beim Vollleder sind alle Hautschichten vorhanden. Die Dicke wird durch Abfalzen an der Fleischseite reguliert.
Thema: Leder Material aus der Natur | Kommentare (0) | Autor: admin
