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Ferien im Sattel

Dienstag, 11. Mai 2010 1:51

Wer statt Strand und Sonne mehr das Abenteuer sucht, dem bieten zwei andalusische Adelige einen Urlaub im Sattel ihrer Pferde: Don Alvaro de Domecq-Romero in Jerez de la Frontera und der Marques Antonio de Llomelini Tabarca in Alora. Beide besitzen Reitschulen und organisieren 14tägige Rundritte auf leichtrittigen hispano-arabischen Gebirgspferden. Übernachtet wird in guten Hotels oder kleinen Gasthöfen. Die Ritte von täglich zwei bis sechs Stunden mit gelegentlicher Rast in typischen Landgasthäusern machen abends angenehm müde, aber nicht kaputt.
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Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco | Kommentare (0) | Autor:

Wieso kann man auf einem Pferd reiten?

Sonntag, 9. Mai 2010 23:43

Einem Pferd fällt das Tragen eines Menschen nicht so leicht, wie es für uns Zweibeiner aussieht. Der Körper des Tieres ist von Natur aus nämlich gar nicht für das Reiten geschaffen. Das verrät ein Blick auf das Knochengerüst des Pferdes: Der vermeintliche Tragebalken, die Wirbelsäule, verbindet wie ein Brückenteil die „Stützpfeiler? aus Vorder- und Hinterbeinen. Eine clevere Konstruktion — die allerdings auf Dauer nur das Eigengewicht des Tieres halten kann. Drückt eine zusätzliche Last von oben auf den Rücken, zieht sich der Rückenmuskel zusammen, um sie zu halten. Er ermüdet jedoch schnell, weshalb die Brücke schon nach kurzer Zeit durchhängt. Es sei denn, starke „Seile? gehen ihr einen Extra-Halt.
Ein Pferd besitzt solche Halteseile. Sie sind als Bänder und Muskelstränge in Kopf, Hals und Oberschenkeln angelegt. Das erste Band, der „Nackenstrang?, verläuft vorn Hinterkopf den Nacken hinunter bis zum Widerrist, einer Wölbung zwischen Halsansatz und Rücken. Dort schließt das Rückenband an. Gleichzeitig gehen seitlich vom Widerrist fächerförmig die Stränge der Nackenplatte ab.
All diese Bänder sind miteinander verbunden,was bei jeder Bewegung eine Kettenreaktion auslöst. Senkt das Pferd etwa den Kopf derart, dass, Nacken und Rücken eine Linie ergeben, wird die Halswirbelsäule gestreckt. Dadurch spannen sich der Nackenstrang und die Fächerstränge der Nackenplatte.
Sie übertragen ihre Zugkraft auf das Rückenband und richten ganz automatisch den Widerrist auf. Dessen Aufwärtsbewegung wiederum zieht die Rücken- und Lendenwirbel mit. Der gesamte Rücken hebt sich! Die Brücke wird sicher verspannt und hängt zudem so hoch, dass sich der Rückenmuskel frei bewegen und das Pferd ungebremst laufen kann. Soll diese Brückenkonstruktion nun auch noch das Gewicht des Reiters tragen, müssen diese Halteseile jedoch verstärkt werden. Das heißt, das Pferd muss seine Bänder und Muskeln trainieren. Ein solches Krafttraining gehört zur Grundausbildung eines jeden Jungtiers und beginnt oft lange, bevor es zum ersten Mal einen Sattel spürt. Vernachlässigt der Reiter diese Übungen, bilden sich die Bänder und Muskeln zurück. Die Seile verlieren an Dicke, die Brückenkonstruktion wird wackelig.
Dem Pferd bleibt dann nichts anderes, als die Last des Reiters mit seinem Knochengerüst zu wuchten. Ein Versuch, bei dem das Tier Schaden nimmt. Wer sein Pferd also nicht kaputtreiten möchte, muss ausreichend Zeit in das Training stecken und wissen, was er im Sattel tut.

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