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OSTER-SYMPHONIE – Flamenco

Samstag, 1. Mai 2010 10:16

Wie das Summen von verhaltenen Stimmen, die im Chor der nahen Kathedrale den Einsatz proben, weht um die wuchtigen Zinnen, mit denen sich die Gärten des Alcäzars umgürten, ein sanfter Hauch der Orangenblüten über die schartigen Mauern her. In diesen österlichen Wochen geht der Atem der Stadt schneller als im übrigen Jahr. Es ist der parfümierte Frühlingsatem Andalusiens, ein Duft aus den vitaminreichen Weihrauchkesseln einer verschwenderischen Natur gestreut, ein wacher Rausch der Farben und des Lichtes. Der Turm der Giralda, die einst die Moschee der Kalifen bewachte, wirft einen seidigen Schatten in feierlichem Faltenwurf über die gotischen Streben, mit denen eine der größten Kirchen der Christenheit im Boden ver- ankert ist. Davor steht im Patio de los Naranjos die Prozession der feierlichen Bäume, die wie in flüsterndem Gebet die Lippen, ihren Blütenkelch, öffnen. Bald wird es mehr sein als ein leiser Hauch, der die samtenen Schultern des Aprilabends umfächelt. Bald wird sich in diesem maurischen Vorhof des Abendlandes die große Woche Sevillas in einem rauschenden Crescendo erheben, das sich nach der österlichen Passion zur überschäumenden Lebensfreude der Feria steigert. Wie Straußenfächer hinter orientalischen Herrscherthronen wiegen sich die Königspalmen über den Häuptern der Kruzifixe, die jedes Dach und jede Kuppel krönen.
Die Stadt ist bereit. Wie immer, wenn sich die Semana Santa nähert, ist sie der Suggestion einer Verklärung anheimgefallen, in der ein vollendetes Stück der Schöpfung sich selbst unablässiges Lob spendet. Nur in einer solchen Umgebung wird die kollektive Entrückung möglich, in der die barfüssigen und vermummten Nazarener wie auf paradiesischen Wolken im Gefolge der verehrten Statuen von Kirche zu Kirche Umzug halten. Die Schäfte der Kreuze, die in der Prozession mitgetragen werden, schleifen am Boden. Die Ketten, um die Knöchel der Büßer geschlungen, klirren über das Pflaster. Sie zeichnen eine schmale Spur, die andalusische Nahtstelle zwischen Islam und Christentum, die mitten durch das Herz Sevillas geht. Schon am Nachmittag, wenn gleißendes Sonnenlicht über dem Guadalquivir liegt, verlassen die tonnenschweren Throne der Madonnen ihre Standplätze in den Vororten und fernen Stadtquartieren, um nach langen Umwegen und ungezählten Stationen erst spät in der Nacht vom vorgeschriebenen Besuch der Kathedrale zurückzukehren, wo alle 47 Prozessionen der Karwoche vor dem majestätischen Chorgitter im Querschiff dem Hochaltar ihre Reverenz erweisen müssen.

Thema: Spanien, Stierkampf & Flamenco | Kommentare (0) | Autor:

Zwei Seiten der Leder-Medaille

Dienstag, 20. April 2010 21:21

In den weiteren Produktionsschritten kann der Hersteller die Eigenschaften des Leders nach Wunsch festlegen, je nachdem, was aus dem Material einmal werden soll. So werden die Weichheit, Dehnbarkeit, Fülle, Wasseraufnahmefähig­keit und Färbbarkeit auf den angepeilten Zweck abgestimmt. Darüber hinaus wird die Oberfläche behandelt. Mit verschiedenen Techniken trägt der Lederhersteller mehrere Schichten auf. Die Ober­fläche erhält so besondere Effekte, sie wird matt oder glänzend und, wenn gewünscht, wider­standsfähiger. Zur Oberflächenbehandlung zäh­len auch das Auftragen von Lack und das Prägen. Um zum Beispiel Schuhe oder Stiefel herzustel­len, braucht man Lederarten mit ganz unter­schiedlichen Eigenschaften: sehr festes Leder für die Sohle, schweißbeständiges für die Brandsohle, hautverträgliches Futterleder, prägbares Rah­menleder — hinzu kommt dann noch das Oberle­der, das die Optik des Schuhs prägt. Diese Eigen­schaften verleiht der Hersteller dem jeweils dafür geeigneten Leder durch spezielle Techniken.
Nach dem Gerben weist Leder eine raue und eine glatte Seite auf. Die raue wird als Fleischseite bezeichnet, da an ihr das Fleisch ansetzte. Die glatte Seite, der Narben oder die Narbenseite, lag folglich beimTier außen. Beim so genannten Spal­ten wird das Leder in zwei oder mehrere Schich­ten zerteilt. Dabei entstehen ein Narbenspalt und

Je nachdem, von welchem Tier und auch von welcher Partie des Tiers das Leder stammt, ist es unterschiedlich stark.
ein Fleischspalt, ggf. noch Mittelspalte. Der Nar­benspalt hat eine glatte Oberfläche und ist der hochwertigere Teil, da sein Fasergefüge dichter und das Leder so reißfester ist. Der Fleischspalt hat zwei raue Seiten, von denen eine beschichtet werden kann, so dass ein Ersatz für Narbenleder entsteht. Auch als Veloursleder kann der Fleisch­spalt verwendet werden. Wie M. P. berichtet, können dicke Leder sogar mehrf gespalten werden. Das führe jedoch zu im minderwertigerem Leder, je weiter die Sch Richtung Fleischseite gehe. Die Sattler- und F täschnermeisterin verwendet für Reitsportart ungespaltenes, vollnarbiges Leder, auch VoIIIeder genannt. Beim Vollleder sind alle Hautschichten vorhanden. Die Dicke wird durch Abfalzen an der Fleischseite reguliert.

Thema: Leder Material aus der Natur | Kommentare (0) | Autor: